Der große Traum von Freiheit
Manchmal habe ich Angst, irgendwann ganz automatisch "spießig" zu werden. Dabei ist das immer das, was ich auf keinen Fall wollte!
Der Traum der großen Freiheit: ich habe ihn noch nicht ausgeträumt, ich sehne mich immer noch nach einem Leben ohne Zwänge, ohne Verpflichtungen - einem Leben in Freiheit, das ich nach meinen Wünschen und Vorstellungen gestalten kann. Früher dachte ich, das wäre kein Problem. Ich dachte, nach der Schule stünde einem die ganze Welt offen, könne man machen, wovon man schon immer träumte - z.B. reisen, einen Beruf ausüben, indem man 100% aufgeht, den Wohnort wählen, wie es einem beliebt.
Nun, ich musste zur bitteren Erkenntnis gelange, dass dem wohl nicht ganz so ist.
Eigentlich hat man keine andere Wahl, wenn man nicht gerade vor die Hunde gehen will, als irgendwann sesshaft zu werden, einen festen Job anzunehmen, um sich so seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das schöne Studentenleben ist dann mit einem Mal vorbei, man findet sich wieder in einem Alltagsgeflecht von vorgeschriebenen Arbeitszeiten, Regeln und Pflichten. Und wenn man abends nach Hause kommt, ist der Tag vorbei und man hegt selbst nur noch den Wunsch in Ruhe gelassen zu werden und sich zu erholen.
Kann es das wirklich gewesen sein? Ich kann nicht glauben, dass der große Traum zunichte geht in dem unumgänglichen Regelwerk des Alltags. Aber vielleicht bleibt uns tatsächlich nichts anderes übrig, als sich anzupassen und dabei selbst darauf zu achten, dass man seinem Leben trotzdem noch das Maß an Sinn und Gehalt zukommen lässt, dass man seine Träume zumindest ein Stück weit nicht aufgeben muss.