Was bedeuten Träume
Träume haben für Menschen die unterschiedlichsten Bedeutungen, die nicht zuletzt abhängig von deren Inhalt ist. Für die einen sind Träume nicht mehr als eine Aneinanderreihung unsinniger Erinnerungsfetzen, die keine Relevanz für das eigene Leben haben. Für Andere gelten sie als "der Königpfad zum Unterbewusstsein". Wiederrum andere rechnen ihren Traumwelten eine vollkommen Eigenständige Entität zu, die unabhängig von unserer Realität existiert. Um jedem zu ermöglichen, sich ein eigenes Bild zu machen, stellen wir heute diese drei Varianten etwas genauer vor:
Sinnlose Flashbacks von Erinnerungen
Viele kennen das Gefühl sicher: man wacht auf, und hat sofort ein riesiges Fragezeichen vor Augen. "Was in Herr Gottes Namen sollte dieser Blödsinn nur wieder?!", denkt man sich häufig und ist auf dem besten Wege, den Traum in einer Windeseile wieder zu vergessen. Tatsächlich scheinen die Geschehnisse in unseren Träumen selten einem roten Faden zu verfolgen. Zuerst fliegen wir noch über weißen Wolken durch den Himmel, und plötzlich gehen wir in einen s. Oliver Shop und kaufen bunte Sneakers. Diese Zusammenhangslosigkeit hat Forscher dazu motiviert empirische Untersuchungen zu starten, bei denen die Traumbilder unterschiedlichster Probanden auf Evidenzen untersucht worden. Das interessante Ergebnis: je länger und häufiger man sie während des Versuchszeitraumes bestimmten Erfahrungen ausgesetzt hat, desdo häufiger tauchten diese auch in der Träumen der Untersuchten auf. Man kam zu dem Schluss, dass Träume dem eigenen Bewusstsein als eine Art Stütze dienen, um die Erlebnisse des Tages besser einordnen zu können. Dass es dabei manchmal zu völlig unsinnigen Anordnungen kommen kann, liegt daran, dass in den Träumen all jene Erfahrungen besondere Auffälligkeit zugewiesen wird, die wir vorher gar nicht bemerkt hatten. So kann es zum Beispiel sein, dass der Traum nach einem Gespräch mit dem eigenen Chef, auf einer Blumenwiese stattfindet, weil irgendwo im Büro ein Blumentopf herumstand.
Das Unterbewusstsein nimmt sich Raum
Durch die Arbeiten von Sigmund Freud stießen die Menschen auf den Gedanken, dass Träume möglicherweise dadurch zustande kommen könnten, dass sich das Unterbewusstsein selbst in den Vordergrund rückt. Da während des Schlafes alle bewussten Prozesse abgeschaltet sind, kann sich hier nun die unterbewusst verarbeitete Umwelt ausbreiten. Diese Theorie ist immer noch nicht bewiesen, scheint jedoch durch bestimmte (individuelle) Therapiegespräche bestätigt: Nachdem einige Patienten von (nach obiger Theorie) unerklärlichen Träumen berichteten, sprachen die Psychoanalytiker mit den Eltern und der unmittelbaren Familie derjenigen. Hierbei stellte sich heraus, dass die Patienten in ihrem Schlaf Geschehnisse aus ihrer frühesten Kindheit neu durchlebten, an die sie sich heute nicht mehr zu erinnern vermochten. So sprach zum Beispiel ein Mann darüber, wie er träumte, zusammen mit seiner Mutter einzukaufen. Der Verkäufer holte gerade Schuhe für Sie und Ihn, als sie ihn in seinem Traum geschlagen haben soll. Als der behandelnde Psychologe die Mutter auf den Traum ansprach, brach sie in Tränen aus und bestätigte, dass sie ihren Sohn in seinen ersten Jahren häufiger geschlagen habe, als ihr heute recht war. Tatsächlich hatte sich also in diesem Fall das Unterbewusstsein den Platz genommen, im Schlaf die Schmerzen auszuleben, die im Wachzustand nicht mehr in der Erinnerung des Patienten zu finden waren.
Eine Neue Realität
Manche Philosophen des sog. radikalen Konstruktivismus behaupten sogar, dass Träume eine völlig eigenständige Realität bilden sollen. Sie begründen ihre Theorie damit, dass die Gefühle, Gedanken, und Geschehnisse in unseren Traumwelten, während des Schlafs genauso unhinterfragt wahrgenommen werden, wie die im Wachzustand. Und da niemand beweisen kann, dass das wach Erlebte real sei, kann auch niemand behaupten, dass der Traum es nicht sei, nur weil diese Realität nach anderen Regeln funktioniert.
Aber ob sie nun sinnlos, unterbewusst, oder doch real sind, eines ist klar: Träume machen Spass. Deswegen möchten wir sie nun mit einigen (hoffentlich) neuen Perspektiven entlassen, und wünschen eine gute Nacht!