Unterschiede Träume bei Mann und Frau
Wunschträume
Träumen Frauen eigentlich anders als Männer? Was ihre Tagträume betrifft, jedenfalls ganz bestimmt. Und solange sich ihre Wünsche noch unterscheiden, wird das auch so bleiben. Welche Frau träumt schon davon, einmal in Ruhe die Lichtmaschine ihrer geliebten alten Horex auseinandernehmen zu können? Welcher Mann möchte endlich ungestört und ausgiebig bei Tamaris Damenschuhe shoppen? Aber das könnte sich ändern. Die Hobbies und Vorlieben von Frauen und Männern nähern sich immer stärker einander an. Bei den Trendsportarten wie Klettern und Biken sind manchmal schon fast genauso viele Frauen wie Männer vertreten. Und nicht nur manche Männer, sondern auch immer mehr Frauen sind erst dann richtig glücklich, wenn sie sich beim Fallschirmspringen eine ordentliche Dosis Adrenalin gegönnt haben. So können sich immer mehr Paare gemeinsam ans Ziel ihrer Wünsche träumen. Zumindest tagsüber. Denn was die eigentlichen Träume betrifft, die Träume, die den Menschen im Schlaf überkommen, so sind diese doch sehr viel individueller.
Funktion des Träumens und Traumdeutung
Über die Funktion des Träumens im Schlaf gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Experimentell nachgewiesen ist, dass sich das Gedächtnis im REM-Schlaf verfestigt. Gelernte Inhalte werden besser behalten, wenn kurz nach dem Lernen eine Schlafphase mit Tiefschlaf folgt. Welche Rolle Träume dabei spielen, ist bislang ungeklärt. Angefangen mit Sigmund Freud wurden und werden dem Traum vor allem psychische Funktionen zugeschrieben. Freud sah im Traum die Erfüllung unbewusster Wünsche. Insbesondere unterdrückte Triebe erhielten nach seiner Auffassung im Traum Raum zur Entfaltung. Dementsprechend deutete Freud die Träume von Männern und Frauen ganz unterschiedlich: Während bei Männern nach seiner Ansicht Kastrationsängste und unbewusste sexuelle Wünsche gegenüber der eigenen Mutter das Traumgeschehen dominieren, sei es bei Frauen das Verlangen nach dem Vater. Auch der Psychiater Carl Gustav Jung deutete Träume von Männern anders als die von Frauen. Ein unbekannter Mann, der im Traum eines Mannes vorkommt, rufe nach der Auseinandersetzung des Träumers mit sich selbst. Im Traum einer Frau dagegen repräsentiere ein unbekannter Mann die Erwartungen an ihren männlichen Partner, aber auch die männliche Komponente in der weiblichen Psyche. Versuchten Freud und Jung immerhin, ihre Auslegung der Träume durch ein theoretisches, wissenschaftlich begründetes Modell zu untermauern, so tummeln sich auf dem Gebiet der Traumdeutung auch viele selbsternannte Spezialisten. Sie stellen mitunter umfangreiche Verzeichnisse auf, mit denen einzelnen geträumten Gegenständen fest umrissene Bedeutungen zugeordnet werden. Ein kreativer Traum von den Bikini Trends 2011 wäre damit zum Beispiel Ausdruck des Bedürfnisses, sich zur Schau zu stellen. Wer von einem opulenten Mahl mit Champagner und Kaviar träumt, zeigt solchen Deutereien zufolge damit Zeichen von Habgier und Egoismus.
Sexträume bei Männern und Frauen
Noch zu Zeiten von Freud und Jung kam unverhüllter Sex in den Träumen von Frauen angeblich nur äußerst selten vor. Anders als vor Jahrzehnten träumen Frauen heute aber wohl genauso oft wie Männer erotische Inhalte. Nur etwa ein Fünftel der Frauen hat im Traum Sex mit ihrem jetzigen oder einem früheren Partner. Bei den Männern sind es sogar noch weniger: Mehr als 85 Prozent träumten dabei von einer Partnerin aus der Realität. Insgesamt muss man solchen Angaben gegenüber jedoch vorsichtig sein. Allzu oft verschwimmt die Erinnerung an die nächtlichen Träume - soweit sie überhaupt noch ins wache Bewusstseins gelangen. Und das, was noch erinnert wird, durchläuft natürlich die bewusste und die unbewusste Selbstzensur. Ob sich Gewissensbisse bemerkbar machen oder der Wunsch nach noch mehr oder wilderen Abenteuern: die Aussagen über Träume und Trauminhalte sind ausgesprochen unzuverlässig. Interessant ist übrigens, dass sich manche Träume im Gedächtnis verankern, während andere schon nach Stunden verloren gehen. Je öfter ein Traum erinnert wird, desto besser bleibt er im Gedächtnis. Aber Achtung: Mit jedem erneuten Erinnern wird meist unmerklich der vermeintliche Inhalt des Traums weiter geschönt.