Luzides Träumen
Nach einem Albtraum wacht man schweißgebadet auf und denkt sich: "Wieso konnte ich nicht was schöneres träumen?". Manche antworten darauf: "Weil sie es nicht gewollt haben!". Könnte man wirklich so einfach träumen was man will, dann würde die Menschheit zu nichts mehr kommen und nur noch im Bett liegen. Doch einige wenige Glückliche können tatsächlich ihre Träume bewusst steuern. Das Ganze nennt man dann Klarträume oder auch luzide Träume. Auf vielen Seiten im Internet kann man sich Tipps und Tricks anlesen und nachmachen. Vielleicht ist man ja dann schon bald wahrhaftig im Land seiner Träume und verbringt die Nächte mit seinen liebsten Tätigkeiten. Jedem, den dies gelingt, wünsche ich viel Spaß!
Das Training für Klarträume beginnt für die meisten schon mit einer unüberwindbaren Aufgabe: Sich an seine Träume erinnern. Die werden normalerweise bereits beim Aufschlagen der Augen aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht. Doch um sich später bewusst auf seine Träume konzentrieren zu können, sei dies unerlässlich. Man empfiehlt auch das Führen eines Traumtagebuchs. Doch dieses soll man gleich nach dem Aufwachen benutzen, wenn die Erinnerungen noch frisch sind. Mitten in der Nacht das Bett verlassen, um kurzsichtig wie man ist in ein Buch zu schreiben? Niemals! Für mich ist das Training also bereits an dieser Stelle zu ende. Alle Anderen mit mehr Durchhaltevermögen dürfen weiter machen. Es kommen jetzt die Realitätschecks!
Diese soll man einführen, um sich im Traum vergewissern zu können, dass man träumt. Doch es sind nicht etwa so eindeutige Checks wie: "Sehen Sie plötzlich besser aus?" oder "Waren Sie auch in der Realität mit Johnny Depp auf einer Insel?". Nein, diese Prüfungen der Realität sind viel banaler und deswegen meiner Meinung nach auch vollkommen sinnlos. So soll man z. B. mehrmals nacheinander auf seine Uhr sehen. Denn im Traum wird niemals zweimal die gleiche Zeit angezeigt. In der Realität aber auch nicht, da wandert der Zeiger schließlich auch. Ebenfalls absolut sinnfrei ist der Lichtschaltertest. Geht das Licht nicht an, dann träumt man. Also wenn ich im Traum die Fähigkeit habe einen Schalter zu drücken, dann kann ich auch bestimmt Licht machen! Bemerkt man dann, dass dies ein Traum ist, soll man versuchen Dinge erscheinen zu lassen, die man sich wünscht. In der Traumwelt sind geträumte Schokotorten nicht schädlich für die Figur, also kann man damit anfangen. Sie sind auch wesentlich leichter vorzustellen als Menschen, da diese einfach zu komplexe Körper haben. Wenn man erst einmal von einem Freund geträumt hat, ihm aber nicht zehn Finger gab, sondern nur acht, dann kann die nächste Begegnung in einem psychotischen Gelächter enden. So etwas sollte man vermeiden.
Wenn man es geschafft hat, einfache Objekte in seinen Traum zu befördern, dann kann man konkreter werden. Angeblich soll man sich nach dem hinlegen einfach nur genau gedanklich vorstellen, was man erwartet zu sehen. In der Einschlafphase werden diese Bilder dann als letztes in das Gedächtnis übertragen und die ganze Nacht lang vorgehalten. Beschäftigen Sie sich also vor dem Einschlafen lieber nicht mit ihrem Chef, sondern erschaffen Sie lieber Ihren Traummann. Wenn Sie ihren Chef im Schlaf zur Schnecke oder zum Geliebten machen, könnte das einen starken Einfluss auf ihre Arbeit haben. Sollten Sie doch von ihm träumen, dann erzählen Sie es lieber nicht. Die Aussage, dass man den Chef nackt gesehen hat, kommt nie gut an.